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Tierhomoöpathie - Behandlungsablauf

Untersuchungsgang

Zur homöopathischen Behandlung gehört auch ein Untersuchungsgang. Viele klinische Symptome, wie zum Beispiel die Farbe der Schleimhäute oder die Körpertemperatur, sind wichtige Anhaltspunkte für die Mittelwahl. Mein Ziel ist dabei nicht, eine eventuell bereits vorliegende tierärztliche Diagnose in Frage zu stellen. Ich suche vor allem  nach Hinweisen, die speziell für die homöopathische Behandlung relevant sind. Für Tiermediziner waren sie ggfs. nicht von Bedeutung, da sie nicht von der derzeitigen Erkrankung hervorgerufen wurden.

Anamnese

Am Anfang der homöopathischen Behandlung wird die Krankengeschichte Ihres Tieres aufgenommen. Die Aufnahme aller Symptome nennt man auch Anamnese. Sie dient dazu, die für Ihr Tier charakteristischen Symptome zu finden und diese für die Mittelwahl zu verwenden. Auch für spätere Erkrankungen kann auf diese Erstanamnese immer wieder zurückgegriffen werden. Sie ist die Basis für jede weitere Behandlung, auch für die homöopathische Therapie neuer akuter Erkrankungen.

Eine Anamnese erfolgt in der Regel im Rahmen eines Hausbesuchs in der vertrauten Umgebung Ihres Tieres. Hier kann ich den tierischen Patienten ungestört und ohne Praxisstress untersuchen und beobachten.

Die Aufgabe ist es, alle Informationen über Ihr Tier festzuhalten. Dies geschieht im Rahmen eines ausführlichen Gesprächs. Ich werde Sie nach Krankheiten, Verhalten, Vorlieben und Abneigungen befragen. Alle beim kranken Tier auftretenden Symptome möchte ich erfahren. Dabei ist nicht nur der akute Zustand, sondern auch die komplette Lebensgeschichte des kranken Tieres wichtig.

Als Tierhomöopathin betrachte ich das Tier dabei ganzheitlich und konzentriere mich nicht ausschließlich auf die Krankheit. Ich möchte ermitteln, wie der Patient individuell mit einer Störung der Gesundheit umgeht.

Die vollständige Anamnese kann im chronischen Fall und je nach Komplexität schon einmal bis zu zwei Stunden dauern. In akuten Fällen und wenn bereits eine ausführliche Erstanamnese aus vorigen Besuchen vorliegt, ist oft keine so umfangreiche Aufnahme nötig. Ich kann mich dann auf die hinzugekommenen akuten Symptome beschränken.

Da der tierische Patient uns leider seine Probleme nicht schildern kann, hängt die Qualität der Anamnese stark von der Beobachtungsgabe des Tierhalters und des Therapeuten ab.

Mittelfindung /Verordnung

Eine gute Ausbildung in den Bereichen Tierpsychologie und Krankheitslehre ist nicht nur bei der Anamnese, sondern auch bei der Mittelfindung unerlässlich. So ist es eher möglich, das (für die Tierart) normale Verhaltensrepertoire vom Krankhaften abzugrenzen und eventuelle außergewöhnliche, nicht übliche Krankheitssymptome zu erkennen. Gerade diese sind nämlich besonders hilfreich bei der Mittelfindung, da sie ja typisch für den Patienten und nicht für die Krankheit sind.

Die zusammengetragene Symptomatik wird jetzt genutzt, um aus einer Vielzahl von homöopathischen Mitteln das "ähnliche Mittel" für ihr Tier zu ermitteln (Repertorisierung). Nach gründlicher Bewertung und Priorisierung der aufgenommenen Symptome werden die passenden Mittel herausgesucht. Dies kann, vor allem im chronischen Fall, eine lange Liste sein und es ist sehr zeitaufwendig, die in Frage kommenden Mittel hinsichtlich aller Symptome zu analysieren. Geben Sie mir also bitte ein bis zwei Tage für die Auswertung.

Natürlich werde ich für Sie auch die passende Potenz , Gabengröße und Gabenhäufigkeit ermitteln. Dabei werde ich unter anderem die Schwere und Dauer der Erkrankung und ggfs. eine derzeit durchgeführte Medikation mit berücksichtigen. Eventuell kann es notwendig sein, die weitere Behandlung mit Ihrem Tierarzt abzusprechen.

Weiterer Ablauf der Behandlung

Eine bereits stark geschwächte Lebenskraft reagiert langsamer als eine noch intakte Lebenskraft. Daher wird die Behandlung einer chronischen Krankheit oft eine länger andauernde Behandlung benötigen und vermutlich auch einen zwischenzeitlichen Wechsel des Mittels nötig machen. Bei akuter, noch nicht lange bestehender Krankheit kann die Reaktion schnell und bereits nach der ersten Gabe erfolgen.

Es ist immer notwendig, die Folgen der homöopathischen Gabe genau zu beobachten. Hier ist wieder Ihre Beobachtungsgabe gefragt. Aussagen über den Verlauf sind immens wichtig für die weitere Behandlung. Auch die scheinbar unbedeutenden Veränderungen können Hinweise geben.

Es kann nötig sein, das Tier erneut vorzustellen, aber oft reichen auch kurze telefonische Rücksprachen. Meist bitte ich zu Beginn um wöchentliche Rückmeldungen zur Fallkontrolle. Später werden die Abstände dann länger.

Ist die Krankheit zu weit fortgeschritten oder die Lebenskraft zu sehr geschwächt, sind die Grenzen der Homöopathie erreicht. Manchmal kann man nur versuchen, die nicht mehr zu heilende Krankheit lindernd zu begleiten.

Details zu Praxisorganisation und Erreichbarkeit

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